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»Spectaculum 04«

Jugendtheater in Vöhringen

König Drosselbart

nach den Gebrüdern Grimm
22.04. bis 07.05.2017

König Drosselbart

Es war einmal ein König, der hatte eine Tochter, die über alle Maßen schön war, aber auch so unzufrieden und gemein, dass sie bei allen am Hofe unbeliebt war. Als der König sie vermählen wollte, hatte sie an jedem Bewerber etwas auszusetzen und wollte keinen heiraten. Sie fand alle Prinzen langweilig, beschimpfte sie und verspottete einen der edelsten sogar als König Drosselbart. Ihrem Vater war das zu viel und er schwor, seine Tochter dem nächsten Bettler zu versprechen, der an das Tor des Schlosses klopfen würde. So musste die Prinzessin statt eines Prinzen einen Bettler heiraten und statt in ein Schloss in eine ärmliche Hütte umziehen. Doch der Bettler war niemand anders als König Drosselbart, dem die Prinzessin gut gefallen hatte und der ihr auf diese Weise eine Lehre erteilen wollte. Mit der Hilfe vieler treuer Untergebener gelang ihm das ziemlich gut und für die Prinzessin begann eine schwere Zeit. Schließlich erkannte sie, wie unmöglich sie sich benommen hatte. Da gab sich der Bettler als König Drosselbart zu erkennen, sie zogen ins Schloss, feierten ihre Hochzeit und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

König Drosselbart
Nein, König Drosselbart ist kein Märchen, das von Hühnern handelt. Aber diese Hühnerfamilie ist es, die das Märchen erzählt.
König Drosselbart
Das Märchen beginnt an einem Tag, an dem mehrere Bewerber um die Hand der Prinzessin Sarafina anhalten wollen. Während der König seine Tochter unbedingt verheiraten will und bereits die Pastorin einbestellt hat, wird die Prinzessin alles tun, um die Bewerber wieder loszuwerden. Darauf hoffen auch die Hofdamen, die davon ausgehen, dass der eine oder andere für sie übrig bleiben wird.

Sie will nicht heiraten.

König Drosselbart König Drosselbart König Drosselbart
Von den Prinzen ist einer schön, der nächste klug und der dritte stark. Die Prinzessin aber will keinen haben: »Der Schöne wird alt und hässlich, der Kluge sagt mir immer, wie dumm ich bin und der Starke tut mir weh.«
König Drosselbart
Den reichen und hoch angesehenen König Darisi, der ebenfalls als Bewerber gekommen war, nimmt sie gar nicht ernst und verspottet ihn wegen seines Bartes als »König Drosselbart«.

Sie hat wieder alle weggeschickt.

König Drosselbart
Das ist nun auch für den gutmütigsten Vater zu viel. Der König schwört, seine Tochter dem nächsten Mann zur Frau zu geben, der an das Schlosstor klopft. Das bringt König Darisi auf die Idee, sich als Bettler zu verkleiden und genau dies zu tun. Er will die Prinzessin für sich gewinnen – ihr aber gleichzeitig eine Lehre erteilen.
König Drosselbart
Wenig später macht dann der König sein Versprechen wahr und gibt seine Tochter dem als Bettler verkleideten König zur Frau. Und der Bettler erhält sogar noch 4 Goldstücke, damit er die Prinzessin nimmt – allerdings auch statt eines Hochzeitskusses eine schallende Ohrfeige von der Prinzessin, die schon jetzt mit ihrem Schicksal hadert.
König Drosselbart
Aber alles Bitten und Flehen hilft nichts, der König schickt sie mit ihrem Ehemann auf die Reise in eine für sie fremde Welt voller Arbeit und Entbehrung und ohne jeden Luxus. Damit sie sich in dieser Welt zurechtfinden kann, darf sie ihre Zofe Anna mitnehmen.

Bettlersfrau, das ist sie jetzt ganz genau.

König Drosselbart
Auf dem Weg zur Hütte des Bettlers tun der Prinzessin schon bald die Füße weh. Sie ruhen sich kurz aus ...
König Drosselbart
... und erfahren von den Mägden auf der Wiese, dass die Felder selbstverständlich dem König Drosselbart gehören.
König Drosselbart
Die Jäger erzählen ihnen, dass die ausgedehnten Wälder natürlich auch das Eigentum von König Drosselbart sind.
König Drosselbart
Und logischerweise bestätigen auch die Hofdamen, dass es sich bei dem schönen Schloss dort hinten um das des Königs Drosselbart handelt.
König Drosselbart
Die Prinzessin ist verzweifelt. Hätte sie doch nur dem König Drosselbart ihr Ja-Wort gegeben! Was sie nicht weiß, ist, dass Bertram, der Knappe des Königs, allen vorher schon eingeschärft hatte, was sie genau sagen sollten.
König Drosselbart
Genauso macht Bertram das auch bei den Brotmachern, Holzfällern und Wäscherinnen, die in einer einfachen Hütte im Wald leben. Sie sollen so tun, als ob König Drosselbart schon bei ihnen wohnen würde, und die Prinzessin und die Zofe bei sich arbeiten lassen.

Wir haben unsere Arbeit gern.

König Drosselbart
So muss die Prinzessin Wäsche waschen ...
König Drosselbart
... Holz hacken und
König Drosselbart
... Stockbrote herstellen, stellt sich aber dabei jeweils ziemlich ungeschickt an. Langsam dämmert es ihr, dass sie zu einer richtigen Arbeit kaum zu gebrauchen ist und dass sie wohl ziemlich unausstehlich war.

Was sollen wir nur mit ihr tun?

König Drosselbart
Weil das Arbeiten so gar nicht ihre Sache war, nimmt König Drosselbart sie mit auf den Markt und lässt sie dort Keramik verkaufen.

Komm zum Markt, zu unser'm Markt.

König Drosselbart
Zunächst läuft das auch ganz gut, doch König Drosselbart verkleidet sich noch einmal, zerstört mit drei seiner Husaren die gesamte Keramik und mischt auch sonst den Markt gehörig auf.
König Drosselbart
Die Prinzessin ist verzweifelt – und Bertram kann König Drosselbart davon überzeugen, dass sie ihre Lektion gelernt hat.
König Drosselbart
So gibt er sich schließlich als König zu erkennen und zieht mit ihr auf sein Schloss, um endlich eine richtige Hochzeit zu feiern. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Vielen Dank für euren Besuch. Bald sind wir wieder für euch da.

AAZ

Auszug aus dem Resümee in der Augsburger Allgemeinen Online vom 09.06.2017

VÖHRINGEN

3300 Besucher wollten König Drosselbart sehen

Spectaculum führte das Märchen elf Mal auf. Schauspieler bereiten sich schon auf das nächste Stück vor.

URSULA KATHARINA BALKEN  I  09.06.2017

Thomas Boxhammer, Leiter der Vöhringer Jugendbühne Spectaculum, könnte die Arme genüsslich verschränken, denn sein jüngstes Theaterstück – das Märchen »König Drosselbart« – lockte 3300 Besucher aus nah und fern an. Es gab elf Aufführungen, die auch von Schulen gebucht wurden. Aber nach dem Theater ist vor dem Theater. So laufen bereits die Vorbereitungen für das Stück »Ein gemütliches Wochenende« von Jean Stuart, das am 09. September Premiere hat.

Nach einer solch erfolgreichen Produktion wie »König Drosselbart« zieht Boxhammer ein Resümee. »Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Wir hatten mehr als 60 Proben, die sich über ein halbes Jahr verteilt haben. Dazu gehört von den Spielern nicht nur Engagement, sondern auch eine Menge Motivation, weil es ihnen wichtig ist, die kleinen Leute mit dem Märchen zu begeistern und zu faszinieren.«

Wie gut ein Stück ankommt, merkt man am Mitgehen der Zuschauer. Da wird mitgeklatscht, es gibt viel Beifall, sodass Zugaben fällig werden. Boxhammer als Regisseur denkt sich auch immer einen besonderen Gag aus, der begeistert aufgenommen wird. Hühner gackerten, aber der Hahn war mit seinem Kikeriki der Hit. Kam er mit seiner Hennenschar auf die Bühne, wurde er mit einem fröhlichen Kikeriki von den kleinen Besuchern begrüßt. Für Boxhammer ein Zeichen, wie sehr die Zuschauer, ganz gleich ob groß oder klein, mit dabei sind.

»Das aufwendige und bunte Bühnenbild der Marktszene war optisch ein Höhepunkt. Dahinter steckt natürlich viel Arbeit«, sagt Boxhammer, der besonders stolz darauf ist, dass ehemalige Spieler ihn bei der Probenarbeit und Regie begleiten. Julia Aigner zum Beispiel, selbst Mama von zwei Kindern, ist die Choreografin, die genau weiß, was sie den Kindern zutrauen kann und was nicht.

»Das Konzept, Märchen und Stücke für Kinder auf die Bühne zu bringen, ist aufgegangen«, lautet die Bilanz von Boxhammer. Selbst eine zweistündige Aufführung hält die Kinder bei Laune, weil meist alle zehn Minuten ein Lied gesungen wird. Und im nächsten Jahr gibt’s wieder ein Märchen. Das steht schon fest.

AAZ

Auszug aus dem Bericht in der Augsburger Allgemeinen Online vom 24.04.2017

VÖHRINGEN

Eine Prinzessin lernt das Holzhacken

Die Jugendbühne Spectaculum feiert einen Premierenerfolg mit ihrer aufwendigen Inszenierung von »König Drosselbart«. Dabei gibt es auch Humor für große Zuschauer.

URSULA KATHARINA BALKEN  I  24.04.2017

AAZ
Da scheint die verwöhnte Prinzessin »not amused«: In dem Märchen »König Drosselbart« lernt sie an der Seite eines Bettlers das harte Leben kennen. (Foto: Ursula Katharina Balken).

Das waren noch Zeiten, als der Vater dem Töchterlein befahl zu heiraten. Aber wie gesagt – es war einmal. Der Vater war König, das Mädchen Prinzessin, zwar sehr hübsch, aber doch recht widerspenstig. An allen Prinzen, die um ihre Hand baten, fand sie etwas auszusetzen. Haare an den Beinen, Pickel im Gesicht – das ging für Sarafina nicht. Da packte den Vater der Zorn und versprach, sie dem erst besten Bettler zur Frau zu geben, der an die Pforte des Palastes pochte. Die Jugendbühne Spectaculum brachte im Wolfgang-Eychmüller-Haus das Märchen »König Drosselbart« nach den Gebrüdern Grimm aufwendig inszeniert auf die Bühne.

Bevor sich der Vorhang öffnet, rauscht märchenhafte Musik aus der Feder von Fabian Weisenberger durch den Saal. Lieder und Tänze vom gleichen Vöhringer Komponisten, die das Stück auf gefällige Art auflockerten, sind seit jeher ein probates Mittel, um die Aufmerksamkeit der kleinen Besucher immer wieder neu anzuregen. Damit die Mädchen und Buben der Handlung folgen können, gibt es ein gackerndes Hühnerquartett – Hahn, Henne und zwei Küken. Sie übernahmen die Erzählerrolle, eine Idee, die bei den Besuchern bestens ankam.

Seit Jahren setzen die Regisseure Thomas Boxhammer, Julia Aigner und Marlena Steinhauser auf ein besonderes Konzept. Die Szenen werden nicht ausgewalzt, sondern immer auf den Punkt gebracht. Humor wird hinein gepackt, was wiederum beim Publikum gut ankommt: Wenn das Küken gackert »was ist heiraten?« beschwichtigt Mutter-Henne mit »später, später.« Das verstehen dann die großen Leute und schmunzeln. Die Bühnenbilder sind Hingucker, wobei der Markt mit seinen verschieden farbigen Buden, mit Händlern, die ein reiches Angebot feil halten und mit flanierender Kundschaft mit zu den Besten zählt.

Wie das so ist im Märchen, klopft in der Tat ein Bettler an die Tür und die Prinzessin Sarafina wird verheiratet. Doch hinter diesem Bettler steckt ein reicher König. Der hat sich etwas ausgedacht, um dem Mädchen den Hochmut auszutreiben. Ach, welch ein Los wartet auf sie: Gewohnt in einer Sänfte getragen zu werden, muss sie jetzt zu Fuß laufen. Derbe, aber gutmutige Burschen mit Rauschebärten laufen den frisch Getrauten über den Weg, ein besonders hübscher Gag, der mit Szenenapplaus bedacht wird. Und dann muss die Prinzessin lernen, einen Haushalt zu führen, kochen, backen, waschen, ja sogar Holzscheite spalten. Langsam dämmert es ihr, dass sie an ihrem jetzigen Schicksal selbst Schuld trägt. Sie hat sich an das einfache Leben gewöhnt und ihre Lektion gelernt. Da gibt sich ihr königlicher Gemahl zu erkennen, der bisher im Bettlerhabit auftrat. Aber es gibt selbstverständlich ein standesgemäßes Happy-End mit Krönchen Tanz und Musik.

Aber faszinierender als Inszenierung und Bühnenausstattung ist die Spielfreude der jungen Schar. Der Probenfleiß macht sich bemerkbar, die Texte sitzen, die Choreografien werden beherrscht und fröhlich gesungen wird auch. Ein Theaterabend, der nicht nur die kleinen Leute erfreut, sondern auch die großen. Der Lohn am Schluss ist lang anhaltender Beifall und der Wunsch nach einer Zugabe, der selbstredend erfüllt wird. Mit Superlativen sollte man sparsam umgehen – aber in der 13-jährigen Geschichte des Jugendtheaters ist »König Drosselbart« die bislang beste und opulenteste Inszenierung.

SWP

Auszug aus der Vorankündigung in der Südwestpresse Online vom 21.04.2017

VÖHRINGEN

Premiere für König Drosselbart in Vöhringen

INGRID WEICHSBERGER  I  21.04.2017

AAZ
Das Kinder- und Jugendtheater führt »König Drosselbart« auf (Foto: Ingrid Weichsberger).

Seit 13 Jahren gibt es das Vöhringer Kinder- und Jugendtheater Spectaculum 04. Am morgigen Samstag wird von 15 Uhr an mit der Aufführung des Märchens der Gebrüder Grimm »König Drosselbart« im Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus die 14. Premiere gefeiert. Ihre ersten Schritte auf der Bühne, passenderweise als Küken, machen dann die beiden sieben Jahre alten Fridolin und Marie. Und die Theatergruppe sucht weiteren Nachwuchs. »Wer Lust hat mitzumachen, soll sich bei mir oder an der Kasse melden«, sagt der Chef der Truppe, Thomas Boxhammer. Insgesamt sind 23 junge Schauspieler an der Aufführung beteiligt. Regie führt Thomas Boxhammer. Er wird unterstützt von seiner Frau Julia Aigner. »Wir proben seit November in der Grundschule in Illerberg, aber es waren noch nie alle Beteiligten dabei«, berichtet der Regisseur.

Für die musikalische Untermalung von »König Drosselbart« sorgt Fabian Weisenberger. Er ist in Vöhringen längst kein unbekannter Musiker mehr, denn der junge Mann leitet unter anderem das Jugendorchester der Stadtkapelle. Für die Bühnenbilder sorgt ein professioneller Maler – und auch die Kostüme werden nach den Vorschlägen des Teams geschneidert. Somit summieren sich die Ausgaben auf rund 11.000 Euro. Und diese müssen wieder eingenommen werden. Boxhammer wundert sich etwas darüber, dass es in den vergangenen Jahren bei den ersten beiden Vorstellungen noch freie Plätze gab und die beiden letzten Auftritte jeweils restlos ausverkauft waren. Die Adresse für den Vorverkauf der Eintrittskarten hat sich geändert: Die Schuhwerkstatt in der Bahnhofstraße 3 übernimmt diesen Service. Unverändert bleibt der Verkauf im Haus »Buch und Musik« in Illertissen.

AAZ

Auszug aus der Vorankündigung in der Augsburger Allgemeinen Online vom 18.04.2017

VÖHRINGEN

Ein märchenhaftes Stück

Die Jugendbühne Spectaculum führt erneut eine Erzählung der Gebrüder Grimm auf. Diesmal geht es um eine hochmütige Prinzessin.

URSULA KATHARINA BALKEN  I  18.04.2017

AAZ
Die Vorfreude auf König Drosselbart ist groß. Alle Schauspieler proben bereits eifrig in der Aula der Illerberger Grundschule (Foto: Ursula Katharina Balken).

Die Märchen der Gebrüder Grimm sind ein Kulturgut, das von der Vöhringer Jugendbühne Spectaculum mit großem Engagement gepflegt wird. Dieses Mal steht »König Drosselbart« auf dem Programm. Seit Monaten wird geprobt. Premiere ist am Samstag, 22. April, 15 Uhr, im Saal des Kulturzentrums Wolfgang-Eychmüller-Haus.

Seit 13 Jahren belebt die Bühne unter Leitung von Thomas Boxhammer die kulturelle Szene in Vöhringen. Es ist die 14. Produktion von Spectaculum 04. Im vergangenen Jahr stand das Grimm’sche Märchen »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren« auf dem Programm. Diese alte Geschichte begeisterte durch eine lebhafte Inszenierung so sehr, dass sich Spielleiter Boxhammer entschloss, auch in diesem Jahr auf den Fundus der Märchen der Gebrüder Grimm zurückzugreifen – dieses Mal auf König Drosselbart.

Die Geschichte, so war es schon bei den Proben zu erleben, wird spannend und zugleich heiter. Denn eine Prinzessin, die so hochmütig ist, dass der königliche Vater dem Töchterlein selbst eine Lektion erteilt, ist eine spannende Sache. »Natürlich gibt es ein Happy-end«, sagt Boxhammer, der sich die Regie mit Julia Aigner teilt, die auch zuständig für die Choreografien ist. Denn wer schon einmal eine Aufführung von Spectaculum erlebt hat, weiß, es wird gesungen und getanzt. 23 Kinder und Jugendliche aus Vöhringen und den umliegenden Gemeinden spielen diesmal mit. Damit alle Ensemblemitglieder auf der Bühne stehen können, hat Boxhammer einige Rollen hinzugeschrieben.

Ganz billig ist die Produktion nicht. »Sie kostet uns rund 11000 Euro, die müssen wir wieder hereinwirtschaften. Deshalb gibt es acht Aufführungen.« Für die Musik ist wieder Fabian Weisenberger zuständig. Der junge Komponist leitet auch das Jugendorchester der Vöhringer Stadtkapelle. »Durch die Musik werden unsere Darbietungen noch aufgewertet«, sagt Boxhammer. Er weiß genau, wie lange man die Aufmerksamkeit der kleinen Zuschauer auf sich lenken kann. Meist gibt es nach zehn bis fünfzehn Minuten eine musikalische Zäsur oder es wird ein Tänzchen auf der Bühne gewagt.

Die Kostüme werden selbst entworfen, aber professionell hergestellt. »Auch in diesem Jahr wieder gibt es Gewänder, die nur für diese Produktion hergestellt werden.« Für das Bühnenbild gibt es einen Bühnenmaler, der die Dekoration entwirft und auch umsetzt.

Zum Inhalt: Ein König hat eine reichlich widerborstige Tochter. Als sie ihre Hochzeitsbewerber alle ablehnt, packt den König der Zorn. Sie soll den erst besten Bettler heiraten, der sich vor dem Schlosstor blicken lässt. Wie es weiter geht, wird hier natürlich nicht verraten.

AAZ

Auszug aus der Beilage Charakterköpfe der Augsburger Allgemeinen vom 24.02.2017

VÖHRINGEN

Von zickigen Prinzessinen und listigen Königen

Thomas Boxhammer sorgt mit der Jugendtheatergruppe »Spectaculum 04« für sehenswerte Schauspiele – im März erhält er das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.

NADINE KECK  I  24.02.2017

AAZ
Thomas Boxhammer (untere Reihe, 2. von rechts) gemeinsam mit seiner bunten »Spectaculum«-Truppe bei einer Aufführung des letztjährigen Stücks »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren« (Foto: Spectaculum 04).

Es war einmal ein Mann, der das Theaterspielen so sehr liebte, dass er mit seiner Leidenschaft Kinder und Jugendliche für die Bühnenkunst begeistern wollte. Also gründete er ein Jugendtheater und gab ihm den Namen »Spectaculum 04«.

So ähnlich könnte der Beginn des Märchens lauten, das Thomas Boxhammer über seine eigene Erfolgsgeschichte schreiben würde. Seit dreizehn Jahren inszeniert er gemeinsam mit vielen jungen Nachwuchstalenten Märchen-Geschichten und Stücke für Erwachsene auf der Bühne im Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus in Vöhringen.

2017 darf sich Thomas Boxhammer nun über eine ganz besondere Auszeichnung freuen: Am 13. März erhält er in Augsburg das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt. Seit l994 erhalten diese Ehrung Personen, die sich durch aktive Tätigkeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen verdient gemacht haben.

Thomas Boxhammer ist 54, Mittelschullehrer in Weißenhorn und hat schon immer Theater gemacht. Lange hat er bei der Illertisser »Schwabenbühne« gespielt. Vier Jahre war er dort Jugendleiter. Sein Herzens-Projekt aber ist die »Spectaculum«-Truppe, die er 2004 ins Leben gerufen hat. Für sie schreibt Thomas Boxhammer jedes Stück selbst, entwickelt bis zu 50 verschiedene Rollen und zahlreiche Dialoge, arbeitet Musik-, Tanz- und Gesangspassagen ein. Schon an Pfingsten beginnt er, seine Ideen aufs Papier zu bringen. Nach den Sommerferien bekommen seine jungen Schauspieler dann das fertige Stück und lernen ihre Rollen für die Aufführungen.

Bis zum großen Auftritt wird bei »Spectaculum 04« fleißig geprobt. Theaterspiel, Gesang und Tanz werden einzeln trainiert, bis alle Bereiche perfekt ineinander greifen. Immer an seiner Seite: seine Frau Julia Aigner. Auch seine Kinder Emma und Fridolin mischen sich regelmäßig unter die Jugendlichen, klatschen und singen interessiert mit. Thomas Boxhammer ist wichtig, dass jeder ein Teil der Gruppe ist: »Egal, was für eine Begabung da ist, hier hat jeder seinen Platz. Bei uns gibt es keine Verlierer wie etwa beim Sport, sondern nur Gewinner, weil jeder auf der Bühne steht und seinen Part zum großen Ganzen beiträgt.«

Diesen »Spirit«, wie Boxhammer es nennt, bemerkt man auch bei den Proben für das neue Stück »König Drosselbart«, das im April Premiere feiert. Geübt wird eine Szene im Wald: Als die zickige Prinzessin feststellen muss, dass sie in dieser Nacht nicht in einem Schloss, sondern in einer ärmlichen Hütte übernachten muss, lässt sie ihren Unmut verlauten: »Ich arme Jungfer zart, ach, hätt' ich genommen den König Drosselbart«. Um sie herum Mägde, Holzhacker und gackernde Hühner. An die 15 Personen bevölkern in dieser Szene die Bühne.

Immer wieder gibt Boxhammer klare Anweisungen: »lauter«, »zum Publikum sprechen«, »die Bühne ausfüllen«, was von den Jugendlichen prompt umgesetzt wird. Weiß jemand nicht weiter, hilft Julia Aigner mit der Passage aus. Geduldig warten die Jugendlichen, bis jeder seinen Text perfekt wiedergehen kann. Erst dann nimmt die Szene ihren Lauf. »So entwickelt sich jede Rolle weiter, die Gruppe wächst zusammen, auch abseits der Bühne. Hier entstehen Freundschaften fürs Leben«, sagt Boxhammer.

Die 23 »Spectaculum«-Talente stammen aus der ganzen Region, von Buch, Illertissen, Illerkirchberg, Senden und Weißenhorn. »Die meisten kommen schon im Grundschulalter und bleiben dabei, bis sie 18 sind. Denn wenn sie einmal auf der Bühne waren, hören sie meistens auch nicht mehr auf«, weiß der Profi aus Erfahrung. Mittlerweile haben einige, die einst ihre ersten Bühnen-Erfahrungen unter Boxhammers Fittichen gesammelt haben, organisatorische Aufgaben im Verein übernommen. Regie, Choreografie, Liedtexte, Musik, Kostüme und Technik - hier ist alles Marke Eigenbau. »Spectaculum 04« bekommt zwar von der Stadt einen Zuschuss, muss aber seine Investitionen durch die Eintrittsgelder refinanzieren. Umso wichtiger ist der Zusammenhalt der Gruppe: »Genau dieses Erlebnis, zusammen ein Projekt zu stemmen, bringt die Jugendlichen auch menschlich weiter«, sagt Boxhammer.

Sein Wunsch für die Zukunft: Er möchte noch viele Jahre bunte Bühnen-Spektakel mit »Spectaculum« veranstalten.

Schauspieler: Anni Zanker (Frau auf Wiese, Wäscherin, Marktbesucherin), Cara Jargosch (Edeldame, Gemüsehändlerin), David Klement (König Drosselbart), Elena Lenard (Hahn), Elias Hauke (Förster, Husar, Sänftenträger), Fridolin Boxhammer (Küken), Henri Blaas (Förster, Husar, Sänftenträger), Jannis Sälzle (König, Holzmacher, Marktbesucher), Jonathan Holl (Bertram, Knappe des Königs Drosselbart), Joshua Hauke (Diener, Holzmacher, Metzger), Julius Holbein (Prinz Jolimo, Brotmacher, Bäcker), Katharina Bucher (Pfarrerin, Brotmacherin, Käsehändlerin), Korbinian Hartmann (Prinz Malinisto, Holzmacher, Holzhändler), Laura Hilsenbeck (Prinzessin Sarafina), Lea Schneider (Frau auf Wiese, Wäscherin, Marktbesucherin), Leona Sälzle (Anna, Zofe der Prinzessin), Lia Grieser (Henne), Linus Sauter (Förster, Husar, Sänftenträger), Lucia Kohler (Edeldame, Schuhhändlerin), Lucia Schwarz (Frau auf Wiese, Wäscherin, Marktbesucherin), Marie Schuldes (Küken), Sarah Grötzinger (Edeldame, Kartoffelhändlerin), Simon Zanker (Prinz Muskulus, Brotmacher, Marktbesucher)

Regie: Thomas Boxhammer, Julia Aigner, Marlena Steinhauser

Musik: Fabian Weisenberger (http://fw-formusic.de)

Choreografie: Julia Aigner, Johanna Godehart

Bühnenbild: Hans Riggenmann

Maske: jeder Mitspieler

Kostüme: Beate Glisic

Technik: Norman Meier, Marius Welk

Spieltermine: Sa., 22.04. (15:00), Do., 27.04. (16:00), Fr., 28.04. (16:00), Sa., 29.04. (15:00), So., 30.04. (15:00), Mo., 01.05. (15:00), Sa., 06.05. (15:00), So., 07.05. (15:00)