Als ihn beim Schneidern die Fliegen ärgern, erschlägt das (noch nicht) tapfere Schneiderlein gleich sieben Stück von ihnen auf einmal. Davon ist es so beeindruckt, dass es dies der ganzen Welt verkünden will.
Ebenfalls ist das Schneiderlein beeindruckt von der Prinzessin, die kurz zuvor die Schneiderwerkstatt besucht hatte, um ein besonders schönes Hochzeitskleid geschneidert zu bekommen. Und weil es jetzt ja ein ganzer Kerl ist (»7 auf einen Streich«), beschließt es, die Prinzessin zu heiraten, die eigentlich einen Prinzen heiraten soll.
In Begleitung des stummen August zieht es also zum Königsschloss. Doch bevor es tatsächlich ans Heiraten denken kann, muss das (jetzt dann wirklich) tapfere Schneiderlein noch etliche Mutproben hinter sich bringen, Räuber gefangen nehmen, Riesen vertreiben und ein Einhorn besiegen.
Wir sind die besten Schneider.
Hochzeit, Hochzeit, das ist toll.
Böse Räuber, das sind wir.
Wir machen uns jetzt auf, die Riesen zu besiegen.
Die Riesen sind endlich fort.
Geister, die nur scheinbar ruhen.
Danke für euren Besuch.
Auszug aus dem Bericht der Südwestpresse vom 23.04.2026
VÖHRINGEN
Riesenerfolg für das tapfere Schneiderlein
Letzte Chance für märchenhafte Unterhaltung: Die Vöhringer Jugendbühne Spectaculum04 zeigt am Wochenende im Kulturzentrum „Das tapfere Schneiderlein“.
Stefan Czernin I 23.04.2026
Wer einen guten Platz im Vöhringer Kulturzentrum ergattern möchte, der sollte besser etwas früher zur Aufführung kommen. Die preisgekrönte Jugendbühne Spectaculum04 bringt dort derzeit noch das Grimm'sche Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ auf die Bühne. Am Wochenende ist die letzte Gelegenheit, sich das märchenhaft gute Theaterstück noch anzuschauen.
Und die Inszenierung kann sich mehr als sehen und auch hören lassen. Die knapp 30 jugendlichen Darstellerinnen und Darsteller stimmen in bester Singspiel-Manier immer wieder Lieder an – von einfühlsam bis mitreißend. Dafür ernten sie dann auch reichlich Szenenapplaus. Die Songs hat erneut der in der Region bekannte Musiker Fabian Weisenberger komponiert, der unter anderem auch Filmmusik schreibt. Uli Petermann erteilte Gesangsunterricht.
Für große Augen bei den Kindern im Publikum sorgt die detailverliebte Präsentation auf der Bühne. Das tapfere Schneiderlein muss sich mit Räubern, Riesen, Waldgeistern und einem bösartigen Einhorn auseinandersetzen, um das Herz einer Prinzessin zu gewinnen. Die bärtigen Riesen kommen auf Stelzen daher, die Waldgeister wirken durch Lichteffekte besonders gespenstisch. Langweilig wird es jedenfalls nicht, die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen tief in die Märchenwelt eintauchen.
»Sieben auf einen Streich«
Boxhammer und sein Ensemble entführen das Publikum in Schneiderstuben mit fleißigen Schneidern, in Königsschlösser mit Prinzessinnen, Hofdamen und Fürsten und in dunkle Wälder mit allerlei schaurigen Gestalten.
Wer sich das diesjährige Stück jetzt noch ansehen möchte, hat dazu im Kulturzentrum noch dreimal die Gelegenheit: am Freitag, 24. April, um 16 Uhr sowie am Samstag, 25. April, und am Sonntag, 26. April, jeweils um 15 Uhr.
Auszug aus dem Bericht in der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 12.04.2026
VÖHRINGEN
Sieben auf einen Streich
Die Jugendbühne Spectaculum 04 nimmt das Publikum mit in die fantasievolle Welt der grimmschen Märchen und erntet für »Das tapfere Schneiderlein« tosenden Applaus.
Ursula Katharina Balken I 12.04.2026
Schon lange vor Vorstellungsbeginn sitzen große und kleine Besucherinnen und Besucher im Vöhringer Kulturzentrum. Sie füllen den Saal einschließlich der Galerien komplett. Das Stimmengewirr verrät Spannung, denn wenn die Jugendbühne Spectaculum 04 ein Märchen aufführt, ist die Erwartung mittlerweile groß geworden. Denn Regisseur Thomas Boxhammer weiß immer wieder mit neuen Ideen zu überraschen. Was Spectaculum aber mit dem Märchen »Das tapfere Schneiderlein« auf die Bühne bringt, gehört wohl zum Besten und Aufwendigsten, was in den vergangenen 22 Jahren nach Gründung des Kinder- und Jugendtheaters zu sehen ist. Fast 30 Mädchen und Buben, aber auch junge Erwachsene spielen mit spürbarer Begeisterung, die sich auf das Publikum überträgt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer bringen ihre Anerkennung durch häufigen Zwischenapplaus zum Ausdruck.
Die Geschichte um das Schneiderlein, dass sich lästiger Fliegen entledigt, in dem es gleich sieben der Plagegeister auf einmal mit einem alten Lappen auf einem Musbrot erschlägt, ist Märchenliebhabern wohl bekannt. Voller Stolz fertigt der Handwerker einen Gürtel und bestickt ihn mit »Sieben auf einen Streich«, nicht ahnend, welche Kraft er daraus schöpft im Kampf gegen alles Böse, das sich ihm entgegenstellt. Er und sein stummer Begleiter bilden gemeinsam ein ideales Paar, das nichts und niemanden fürchtet. Mit Schlauheit und List kämpft das Schneiderlein gegen alle, die ihm nach dem Leben trachten. Und das tut es mit einem Herz voller Zuneigung für die Prinzessin, die der tapfere Mann gerne heiraten will, denn er ist ihrem Liebreiz erlegen. Boxhammer flechtet geschickt ein bisschen Weisheit fürs Leben in die Inszenierung ein. Egal ob »nur Schneider« oder edler Hochwohlgeborener – der Mensch allein zählt.
Das Schneiderlein macht seinem Namen und dem Ruf, tapfer zu sein, alle Ehre. Es legt sich erfolgreich mit bösen Räubern an, trickst Riesen aus - schon allein wegen ihrer erstaunlichen Größe ist es ein Kunststück, diese auf die Bühne zu bringen - und zu guter Letzt wird der Meister von Zwirn und Nadel auch noch mit einem ungebärdigen Einhorn fertig. Jetzt steht der Vermählung nichts mehr im Wege.
Für Plus-Leserinnen und Leser der Augsburger Allgemeinen Zeitung ist der gesamte Artikel hier online lesbar.
Auszug aus der Vorankündigung in der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 07.04.2026
VÖHRINGEN
26 junge Talente fiebern Premiere entgegen: Spectaculum spielt »Das tapfere Schneiderlein«
Monatelanges Training und viel Leidenschaft stecken hinter der aufwendigen Inszenierung der Jugendbühne. Was das Publikum im Vöhringer Kulturzentrum erwartet.
Ursula Katharina Balken I 07.04.2026
Wer kennt sie nicht – diese Geschichte von dem kleinen Mann, der mit einem Tuch sieben lästige Fliegen auf einem Marmeladenbrot erschlägt, so wie sie die Gebrüder Grimm ersonnen haben? Der Kleiderschneider ist ein gewitzter Mann. Wohlgefällig betrachtet er das Brot mit den Plagegeistern, und ihm kommt eine Idee: Er stickt seine Heldentat auf einen Gürtel. Wunderbar prangen nun die Buchstaben »Sieben auf einen Streich« auf seinem Kleidungsstück. Das Märchen ist wie maßgeschneidert für die Jugendbühne Spectaculum 04: Denn Regisseur Thomas Boxhammer wünscht sich, alle jungen Darstellerinnen und Darsteller auf die Bühne zu bringen. Wie auch bei »Das tapfere Schneiderlein«, das am Samstag, 11. April, um 15 Uhr im Vöhringer Kulturzentrum Premiere feiert.
Seit Jahren ist es sein Ziel, dass kein Mitglied des jugendlichen Ensembles nur zuschauen muss und alle in das Geschehen eingebunden sind. Sollte ein Stück nur auf weniger Darstellerinnen und Darsteller zugeschnitten sein, dann lässt Boxhammer seiner Fantasie freien Lauf und schneidert einige Rollen dazu.
Schon 2013 führte die Vöhringer Jugendbühne Spectaculum »Das tapfere Schneiderlein« auf
Die neue Produktion ist eine Neuauflage, schon 2013 begeisterte Spectaculum mit diesem Märchen das Publikum. Aber die Kinder von damals sind groß geworden. »Jetzt haben wir 26 jugendliche Spielerinnen und Spieler im Alter zwischen zehn und achtzehn Jahren.« Über die Motivation der jungen Schar braucht man nicht nachzudenken, es reicht ein Blick in die Pausenhalle der Illerberger Schule, dort wird geprobt und die Darstellerinnen und Darsteller fiebern ihrem Auftritt entgegen. »Bereits im Juni haben wir mit Trainingseinheiten für das Stück angefangen.«
Boxhammer ist Autor und Regisseur. Ihm zur Seite stehen Julia Aigner, Marlena Steinhauser, Jana Sailer, Lea Walter und Laura Hilsenbeck, die sich auch um die Choreografie kümmern. Tanzlehrerin ist Anna Nunnink. Und auch die passende Musik fehlt nicht, die hat wieder Fabian Weisenberger komponiert, Ulrike Petermann und Uli Petermann haben die Songs einstudiert.
Die Kostüme sind meist aufwendig und nach Maß geschneidert, eine Notwendigkeit, weil die Kostüme aus der ersten Produktion nicht allen passen. Das Bühnenbild entsteht durch einen Bühnenmaler.
Schauspielerinnen und Schauspieler: Carina Bobbe (Musfrauhelfer, Räuber, Waldgeist, Riese), Chiara Ott (Musfrau, Wache, Wache), Emilia Hauguth (Schneider, Hofdame, Fürst), Emma Boxhammer (Schneider, Hofdame, Waldgeist), Emma Haberlach (Schneidermeisterin, Königin), Fridolin Boxhammer (August), Hanna Schuldes (Zofe Marie), Jakob Adrion (Räuber, Riese, Waldgeist), Janosch Lenhart (Musfrauhelfer, Wache, Wache), Jörg Hazko (Mec), Lea Petermann (Schneider, Wache, Wache), Lena Knöthig (Schneider, Hofdame, Waldgeist), Linda Schunn (Räuber, Riese, Waldgeist), Luise Nunnink (Prinzessin), Lukas Wolfarth (Räuber, Riese, Waldgeist), Magdalena Hartmann (Räuber, Riese, Einhorn hinten), Maike Petermann (Schneider, Hofdame, Wache), Marie Schuldes (Räuberhauptmann, Riese, Einhorn vorne), Marleen Hille (Muc), Moritz Höfer (Schneiderlein), Raphael Köse (Mac), Samoa Kast (Mäuseoma), Silja Hauguth (Schneider, Hofdame, Waldgeist, Riese), Theresa Schuldes (Mic), Toni Hüftle (Prinz), Valetta Kast (Schneider, Hofdame, Waldgeist)
Regie: Thomas Boxhammer, Julia Aigner, Marlena Steinhauser, Lea Walter, Jana Sailer
Musik: Fabian Weisenberger (http://fw-formusic.de)
Maske: jeder Mitspieler
Gesangsunterricht: Uli Petermann
Choreografie: Anna Nunnink, Julia Aigner, Marlena Steinhauser, Laura Hilsenbeck
Bühnenbild: Hans Riggenmann
Kostüme: Jana Sailer, Angelika Sipitzki, Brigitte Lux, Kristina Schuldes
Technik: Marius Welk, David Klement
Spieltermine: Sa., 11.04. (15:00 Uhr), Fr., 17.04. (16:00 Uhr), Sa., 18.04. (15:00 Uhr), So., 19.04. (15:00 Uhr), Fr., 24.04. (16:00 Uhr), Sa., 25.04. (15:00 Uhr), So., 26.04. (15:00 Uhr)